Die Familie des Hockey Club Lugano trauert um Fabio Gaggini, der nach einer Krankheit im Alter von 70 Jahren viel zu früh verstorben ist. Gaggini hat sechs Jahrzehnte der Geschichte des HCL als prägende Persönlichkeit miterlebt und mitgestaltet.
Wer heute graue Haare trägt, wird sich an ihn als jungen, erfolgreichen Captain jener Mannschaft erinnern, die am Ende der Saison 1981/82 den Aufstieg in die Nationalliga A schaffte. Für den schnellen Flügelstürmer mit der Nummer 22 auf dem Rücken war es ein mitreissender Höhenflug, gekrönt von 25 Toren und 24 Assists an der Seite des Kanadiers Bernard Gagnon und des Wallisers Martin Lötscher.
Nach acht Saisons, 192 Spielen und 157 Punkten beendete Gaggini seine Spielerkarriere im Alter von gerade einmal 28 Jahren. Es war die Zeit, als mit dem «Mago» John Slettvoll eine neue Ära anbrach und seine zunehmenden Verpflichtungen als Rechtsanwalt nicht mehr mit dem aufkommenden Profisport vereinbar waren.
Bereits 1985 trat er praktisch unmittelbar in den Vorstand ein und übernahm im September 1991 das Präsidium des Hockey Club Lugano, als er den Staffelstab vom «Presidentissimo» Geo Mantegazza übernahm. In der Tradition des Grossen Lugano, das begeistert und vier nationale Meistertitel gewonnen hatte, erwiesen sich die Neunzigerjahre für jene, die dieses Erbe weiterführten, als alles andere als einfach.
Fabios Höhepunkt kam verdientermassen am 5. April 1999 – ausgerechnet auf dem Eis von Ambrì. Dort versetzte der von ihm gemeinsam mit Beat Kaufmann im Hintergrund aufgebaute und von der Bande aus vom verstorbenen Jim Koleff geführte Lugano-Anhang die Bianconeri-Fangemeinde in Ekstase und stemmte den Pokal unter den Gewölben der Valascia in die Höhe. Ein einmaliger und unvergesslicher Triumph.
Nach zwei weiteren Meistertiteln in zwei Finalserien gegen Davos zog sich Gaggini im November 2006 aus seinen operativen Führungsfunktionen zurück. Von diesem Moment an blieb er für die Bianconeri-Familie ein Fixstern.
Charismatisch, empathisch, ein Stratege von aussergewöhnlichem Format, mit ausgeprägter Weitsicht und der Fähigkeit, die Gegenwart zu lesen und die Zukunft vorauszudenken, verstand er es stets, Entwicklungen im Sport und in seinem Umfeld frühzeitig zu erkennen.
Als Gründer und Ehrenmitglied des Golden Wings Club (GWC), der wichtigsten Unterstützervereinigung des Hockey Club Lugano, sowie als Mitinitiant und amtierendes Mitglied des Stiftungsrats der Fondazione HC Lugano Academy, die seit 2015 die Nachwuchsabteilung unterstützt, hat er gemeinsam mit anderen zwei für die heutige Identität des Hockey Club Lugano wesentliche Institutionen geschaffen und geprägt.
Seine tiefe Liebe zu den Bianconeri-Farben, seine wache Intelligenz, sein dichtes und tiefes Netzwerk im Tessin, in der Schweiz und auf internationaler Ebene sowie seine Fähigkeit, auf jeder Ebene Brücken zu bauen und Lösungen zu finden, haben den HCL bis zum letzten Tag seines intensiven Lebens inspiriert und vorangebracht. Sein Fehlen wird von heute an schmerzlich spürbar sein.
Seiner Ehefrau Francesca und seinen Kindern Simona und Sandro mit ihren Familien gelten das aufrichtigste Beileid, die Zuneigung und die Dankbarkeit aller Bianconeri-Fans.
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